Das Forschungsprojekt "Zukunftsorientierte Gebäudebewertung"
wurde in Zusammenarbeit mit der SchürmannSpannel AG in Bochum und dem IPH
- Institut für Integrierte Produktion Hannover durchgeführt. Es ist
Gewinnerprojekt des ZukunftsWettbewerbs Ruhrgebiet und führte als Ergebnis
zu einem Expertensystem und einer Buch-Veröffentlichung. Thematisch gingen
wir der Frage nach, welche Möglichkeiten es für Industriegebäude
gibt, sie strukturiert zu bewerten und untereinander in ihrer Nutzung zu vergleichen.
Dabei wurden Parameter zu ihrer Beschreibung ermittelt sind und Eigenschaften
von so genannten Nutzungsmodulen (Maschinen, Arbeitsplätzen) abgeleitet,
deren Einsatz im untersuchten Gebäude getestet und für die Bewertung
herangezogen werden kann.
Jahr
2006-2007
Partner
SchürmannSpannel AG, Bochum
IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover
Finanzierung
SchürmannSpannel AG und Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des ZukunftsWettbewerb Ruhrgebiet
Ergebnis
Erarbeitung eines fachlichen Modells und Kriterien für die zukunftsorientierte
Gebäude-Bewertung
Expertensystem für die Analyse von Fabrik- und Gewerbe-Immobilien
und deren Standort-Bewertung
Kontakt
Allgemeines
Beteiligte
Parteien
Fachliches Modell
SchürmannSpannel AG, Bochum
Softwareumsetzung & Datenmodellierung
Comelio GmbH, Essen
Wissenschaftliche Begleitung
IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover
Finanzierung
Der ZukunftsWettbewerb Ruhrgebiet ist mit über 102 Mio. Euro
Fördermitteln eines der größten regionalen Programme
in Europa. Er fördert erstmals gezielt die Zusammenarbeit von
Wirtschaft und Wissenschaft. Im ZukunftsWettbewerb Ruhrgebiet können
Projekte gefördert werden, die innerhalb des von der EU-Kommission
genehmigten Ziel-2-Fördergebietes realisiert werden. Die Förderung
gilt für technologieorientierte Innovationen, bei denen Unternehmen
mit Hochschulen und Forschungsinstituten zusammenarbeiten. Die große
Chance dieser Zusammenarbeit: Forschungsergebnisse und Entwicklungsvorhaben
können und sollen schneller in Markterfolge umgesetzt werden.
Das Forschungsprojekt "Zukunftsorientierte Gebäudebewertung"
(ZUG) fokussiert die Erkenntnisse über die Potenziale für Produktions-
und Logistikgebäude mittelständischer Unternehmen der Automobil-,
Automobilzulieferer- und Maschinenbaubranche unter besonderer Berücksichtigung
der die Nutzung beschreibenden Funktionen. Da sich zukünftig Veränderungszyklen
in Bezug auf Organisation und den damit einhergehenden sich verändernden
Funktionen deutlich verkürzen werden, ist es umso bedeutender, das Potenzial
der Gebäude – die Möglichkeiten der Anlage nach – zu erkennen.
Dies ist für Neukonzeptionen wie auch für Umbauten/Sanierungen gleichermaßen
von Interesse.
Die
zentrale Frage lautet: "Was kann das Gebäude zukünftig leisten?"
Oder auch: "Was kann das Gebäude – gemäß seiner Anlagen
("Erbanlagen") - im Rahmen des Wandels bezüglich seiner Funktionalitäten
möglich machen und was nicht?" Im Umkehrschluss kann es auch heißen:
"Für welche zukünftigen Funktionen und den damit einhergehenden
Anforderungen wollen wir das Gebäude vorsehen?"
Sind beispielsweise Boden-/Deckenbelastungen für schwere Maschinen nicht
vorgesehen und müssen daher nachträglich, im laufenden Prozess, integriert
werden, entstehen teilweise sehr hohe Investitions- und Folgekosten. Sie ziehen
nicht selten ein Vielfaches der Kosten nach sich, die entstehen gegenüber
denen einer baulichen Berücksichtigung der entsprechenden Funktionen von
Beginn an.
Die Kenntnis von Gebäudeelementen und Nutzungsmodulen ermöglicht
eine exakte Bewertung der Zukunftsorientierung von Gebäuden, wenn ein Instrument
für deren sinnhafter Verknüpfung zur Verfügung steht. Die Verbindung
der Gebäudeelemente und der Nutzungsmodule erfolgt über gemeinsame,
für die Wandlungsfähigkeit relevante Parameter. Die Parameter sind
wie Koppelstücke, die entweder zusammenpassen oder nicht. Dieses "Koppeln"
mittels einer Bewertungssystematik mündet in die Validierung mittels ausgewählter
Beispielprojekte. Mit der Umsetzung in eine Programmstruktur entsteht das IT-gestützte
Beratungstool, das mittelständische Unternehmen in vergleichsweise kurzer
Zeit bezüglich der Zukunftsorientierung von Gebäuden entscheidungssicher
machen soll.
Anwendungsfälle der ZUG-Software
Anwendungsfälle
Anwendungsfall
Beschreibung
Gebäude vorhanden,
Nutzungszweck bekannt
Den häufigsten Anwendungsfall für die Bewertungssystematik
stellt die Überprüfung eines Gebäudes hinsichtlich
der Eignung für einen konkreten und zukunftsorientierten Nutzungszweck
dar. Sowohl die Gebäudeeigenschaften als auch der Nutzungszweck
werden durch die gleichen Parameter (Fläche, Höhe, Bodenbelastung
usw.) beschrieben. Die Nutzung wird dabei auf drei Ebenen in so genannte
Module (Einzelplatz-, Gruppen-, Bereichsmodule) strukturiert. Die
Parameter werden je nach Bedarf für die einzelnen Module erfasst.
Analog erfolgt die Aufnahme der Gebäudeparameter für unterschiedliche
Geschosse und Gebäudebereiche. Der Abgleich von Gebäude-
und Nutzungsparametern gibt Aufschluss darüber, ob und in welchem
Umfang das Gebäude für den konkreten Nutzungszweck geeignet
ist. Gegebenenfalls wird angezeigt, durch welche Parameter, Gebäudeabschnitte
und Nutzungsmodule die Eignung eingeschränkt wird.
Gebäude vorhanden,
Nutzungszweck nicht bekannt
Wird ein bestehendes Gebäude untersucht, ohne dass ein konkreter
Nutzungszweck bekannt ist, lassen sich zumindest Aussagen über
die zulässigen Nutzungsprofilen von Modulen treffen, die in dem
Gebäude untergebracht werden können. Die zulässigen
Nutzungsprofile werden dabei aus dem Gebäudeprofil abgeleitet.
Hierbei wird zusätzlich eine Bibliothek genutzt, in der für
unterschiedliche Branchen gruppierte und ungruppierte Nutzungsmodule
gespeichert sind, die dann durchlaufen werden kann, um das Gebäude
für verschiedene Nutzungen zu testen.
Gebäude nicht vorhanden (Neuplanung),
Nutzungszweck bekannt
Die Bewertungsmethode ist auch für den Fall anwendbar, dass
kein bestehendes Gebäude untersucht wird, sondern ein Neubau
geplant ist. In diesem Fall werden die Nutzungsprofile für den
vorgesehenen Nutzungszweck erstellt und für die weitere Planung
zur Verfügung gestellt. Dies ermittelt dann die Anforderungen,
die an ein Gebäude zu stellen sind.
Anwendungserzählungen
Mit
ZUG ein Kundengespräch durchführen
Frank plant den Besuch eines neuen Kunden, der für die Errichtung
eines neuen Standort in einem anderen Bundesland ein neues Werk für die
Produktion von Automobilzubehörteilen mieten, kaufen oder sogar bauen
möchte. Es stehen zwei Grundstücke mit Gebäuden zur Auswahl,
welche der Kunde bereits in eigener Arbeit recherchiert hat. Ein weiteres
Grundstück ist durch eine Marktanalyse der SSPAG in die nähere Auswahl
gekommen, sodass insgesamt drei mögliche Objekte in Frage kommen. Um
für die Beratungsgespräche gerüstet zu sein, erfasst Frank
in ZUG bereits soviel Material über die verschiedenen Standorte und ihre
Gebäude, wie er im Vorfeld des Kundengesprächs herausfinden konnte.
Dazu zählen zunächst die allgemeinen Rahmenbedingungen, welche die
Grundstücke sowie die Standorte an sich betreffen. Dazu zählt dann
allerdings auch eine einfache Erfassung der schon vorhandenen Grundrisszeichnungen
zur Vorerfassung des Gebäudes. Diese Daten werden dann später helfen,
die einzelnen Gebäude direkt mit dem neuen Kunden zu vergleichen, wenn
die verschiedenen geplanten und notwendigen Maschinen, Arbeitsplätze
und Produktionseinheiten in den möglichen Gebäuden platziert werden.
Nachdem alle Daten vorab erfasst und in der zentralen Datenbank erfasst sind,
überträgt Frank die neuen Daten auf seine lokale, integrierte Datenbank
und hat sich so optimal auf den Kundenbesuch vorbereitet. Er weiß, dass
er alle relevanten Daten, welche die Entscheidung für einen Kauf oder
einen möglichen Umbau der Gebäude betreffen, soweit wie möglich
erfasst hat und er sich während des Kundengesprächs hauptsächlich
auf die geplante Nutzung des Gebäudes konzentrieren kann.
Mit ZUG eine Ortsbesichtigung durchführen
Stefan besucht heute im Auftrag eines Kunden für ein neues Projekt
einen möglichen Produktionsstandort inklusive einer Lagerhalle. Aufgrund
wirtschaftlicher Schwierigkeiten wird ein Gebäude mit einem umfassenden
Gelände mit Parkplätzen und guter Anbindung zum Verkauf angeboten.
Möglicherweise ist dieses Gebäude sehr gut für eine Betriebserweiterung
geeignet, die der Auftraggeber plant. Der günstige Preis scheint verlockend,
doch es soll eine möglichst schnelle und objektive Bewertung von Gebäude
und Standort erfolgen. Dazu setzt Stefan nun die neue ZUG-Software ein. Sie
erlaubt es ihm, nicht nur im Vorfeld und am Schreibtisch eine Immobilie zu
erfassen und zu bewerten, sondern bietet darüber hinaus auch die Möglichkeit,
die vor Ort vorgefunden Daten direkt mit dem Laptop zu erfassen. Während
er die Grundrisse nach einer ersten Bewertung des Standorts auch erst in Bochum
eingeben kann, so will er den genauen Standort, die Lage und Nachbarschaft
lieber direkt vor Ort mit ZUG erfassen. Er erfasst die verschiedenen Standortinformationen
direkt vor Ort im Laptop. Das Gebäude inspiziert er mit einem kurzen
Besuch, ohne dass er sich umfangreich die Mühe machen würde, die
Daten direkt zu erfassen. Er interessiert sich vielmehr dafür, wie das
Gebäude in seiner Bausubstanz beschaffen ist, um Informationen, die er
nicht direkt aus dem Grundriss ermitteln kann, in seine spätere Datenerfassung
und Bewertung in Bochum einzugeben. Ausgestattet mit Digitalkamera und MS
Word erfasst er interessante, kritische oder auch vorteilhafte Situationen.
Als er am nächsten Tag in Bochum das Material auswerten will, erfasst
er zunächst mit ZUG die Grundrisse, teilt das Gebäude in Bereiche
ein und legt insbesondere die möglichen Nutzflächen so fest, wie
er es vor Ort wahrgenommen hat. Die vor Ort gesammelten sowie die in Bochum
erfassten Daten überträgt er auf die zentrale Datenbank und sichert
sie so für andere Teammitglieder.
Mit ZUG eine Kreditbeantragung erleichtern
Thomas überträgt kurz vor dem Banktermin die verschiedenen Bewertungen
von drei Standorten und ihren Gebäuden von der zentralen Datenbank in
Projektdateien auf seinem Laptop. Die Untersuchung der verschiedenen Immobilien
hat ergeben, dass für die aktuelle geplante Nutzung eigentlich die Variante
mit einem mittleren Preis besonders vorteilhaft hat. Da allerdings eine Firmennachfolge
bevorsteht und die zukünftige Entwicklung der Firma noch nicht ganz klar
ist bzw. Vater und Sohn bei der Wahl einer weiteren Immobilie eine möglichst
flexible Lösung suchen, hat Thomas einige Tage zuvor die drei möglichen
Gebäude hinsichtlich sämtlicher in der Datenbank vorhandener Branchen
verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass das teuerste Gebäude für
interessante andere Branchen ebenfalls nutzbar wäre, sollte sich herausstellen,
dass eine alleinige Eigennutzung doch nicht möglich ist. Thomas benutzt
nun die Ergebnisse von ZUG, um eine Vergrößerung der Kreditsumme
zu beantragen und dabei die mögliche spätere Nutzung für andere
Branchen und damit eine möglichen Vermietung des teuersten Gebäudes
in den Vordergrund zu stellen. Durch ZUG ist es überhaupt erst möglich,
seine Untersuchungen durchzuführen und ordentlich aufbereitet zu den
Bankunterlagen zu geben. Um die Daten aber auch direkt für einen Vergleich
zu präsentieren, nimmt er seinen Laptop mit, auf dem die Bewertungen
und erfassten Daten nun lokal gespeichert sind.
Eigentümer sucht Mieter anhand einer Branche
Matthias möchte einem langjährigen Kunden helfen, der seine Geschäftsaktivitäten
aufgeben wird, weil er keinen passenden Nachfolger gefunden hat. Sein Firmengebäude
möchte er allerdings nicht ebenfalls aufgeben, sondern interessiert sich
für eine Unterstützung, neue Mieter zu finden. Dabei setzt Matthias
ZUG ein. Das Gebäude ist ihm gut vertraut, der Standort auch. Es ist
zwar noch nicht in der ZUG-Datenbank erfasst, doch die Erfassung gelingt schnell
anhand der bestehenden Grundrisse und der Ortskenntnis. Zur Vorbereitung des
Gesprächs benutzt er dann aus der Bibliothek die verschiedenen Branchen,
um ihre typische Modulstruktur im Gebäude testen zu lassen. Diese Untersuchung
auf zukünftige Nutzungsmöglichkeiten erlaubt es ihm, für den
Kunden einen Bericht zu erstellen, welche mögliche Branche nennt, aus
denen Unternehmen als Mieter überhaupt in Frage kommen können. Diese
Liste eignet sich dann hervorragend, um in entsprechenden Fachzeitungen Anzeigen
zu lancieren oder direkt potenzielle Kunden anzusprechen.
ZUG definiert Anforderungen an Neubau oder Ziel-Gebäude
Rainer weiß bereits, dass für einen Kunden nur ein Neubau in
Frage kommt oder man versuchen könnte, für die sehr genauen und
konkreten Anforderungen ein Gebäude zu suchen. Um hier systematisch vorzugehen
und die Anforderungen anhand der geplanten Nutzung zu erfassen, setzt er bei
sämtlichen Gesprächen mit dem Kunden ZUG ein. Er erfasst die Daten
zum Standort oder zum Gebäude entweder auf seinem Laptop im Rahmen eines
Kundengesprächs, um sie dann in die zentrale Datenbank zu übertragen,
oder er nutzt ZUG als Gesprächsprotokoll, indem Ergebnisse aus Besprechungen
bei der Rückkehr nach Bochum direkt in die zentrale Datenbank mit ZUG
eingetragen werden. Die erfassten Anforderungen lassen sich dann zukunftsorientiert
bewerten, indem neben der aktuellen Branche, in der das Kundenunternehmen
tätig ist, auch weitere Branche in Betracht kommen, um für das Gebäude
eine möglichst flexible Nutzung ermöglichen. Die Ergebnisse dienen
dann in den Beratungen bzgl. des gesamten Projekts als Basis.
Datenmodell
Die Anwendung ZUG soll im Rahmen der Gebäudebewertung eingesetzt werden,
wobei neben den allgemeinen Gebäudedaten auch die Nutzung im Vordergrund
stehen soll. Als Gebäudearten kommen Industriebauten mit meist rechtwinkliger
Struktur für die verarbeitende Industrie (Automobile, Automobilzulieferer,
Maschinenbau) in Betracht. Das Gebäude wird in Bereiche zerlegt, die Teile
von Geschossen oder auch ganze Geschosse umfassen können. Diesen Bereichen
werden Module (= Nutzungseinheiten) zugeordnet, die als Arbeitsplätze,
Maschinen oder sonstige für die Fertigung notwendige Objekte gesehen werden
können. Die Nutzung des Gebäudes besteht dabei aus der Installation
und Verwendung solcher Module, in diesem Sinne aus architektonischer und gebäudeplanerischer
Sicht zunächst aus der Platzierung der Module im Gebäude. Zusätzlich
sollen die Außenanlagen, der allgemeine Standort sowie rechtliche Rahmenbedingungen,
die ihn betreffen, für die Bewertung des Gebäudes herangezogen werden.
Die gesamte Ausdehnung des Gebäudes wird mit Gesamtbreite und Gesamttiefe
beschrieben. Dies bildet die größtmögliche Ausdehnung des Gebäudes
ab. Bei einem L-förmigen Gebäude ist dies wiederum das Rechteck, indem
der L-Körper liegt. Ein Gebäude besteht aus Geschossen, deren Form
nicht mit den ermittelten Gebäudemaßen übereinstimmen muss.
Dies ist bspw. bei Vor- oder Anbauten der Fall. Hier könnte man sich vorstellen,
dass auf einem L-förmigen Erdgeschoss ein nur noch rechteckiges erstes
Geschoss aufsitzt.
Die verschiedenen Bezeichnungen für die Flächenmaße für
ein Geschoss sind Bruttogeschossfläche (gemessen an Außenkanten der
Außenwände), Nettogeschossfläche (gemessen an den Innenkanten
der Außenwände) sowie die Gesamtbereichsfläche, welche sich
aus den Summen der einzelnen Bereiche zusammensetzt. Dabei gilt BGF > NGF
> GBF. Für die Erstellung und Zuordnung von Bereichen dient die Nettogeschossfläche
als Ausgangsbasis, wobei hier später für die Bereichseinteilung die
unveränderliche Bauelemente (tragende Wände, tragende Stützen)
dazu führen, dass ein ungenutzter Bereich als Differenz zwischen NGF und
GBF entsteht, sodass die Beziehung GBF + UGB = NGF gilt. UGB steht für
„ungenutzte Gebäudefläche“.
Die nachfolgende Abbildung zeigt deutlich, wie verschieden geformte Geschosse
individuell erfasst werden. Die grüne gestrichelte Linie markiert dabei
die Nettogeschossfläche und umschließt die innerhalb des Geschosses
liegenden unveränderlichen Bereiche wie die im Beispiel vorhandene Stützenreihe.
Ein Dach wird nicht extra berücksichtigt. Es könnte als zusätzliches
Geschoss angelegt werden, wenn die lichte Raumhöhe dies interessant erscheinen
lässt, doch insbesondere für die dreieckige Form von Dächern
gibt es keine entsprechende Datenstruktur. Die nachfolgende Grafik zeigt, dass
das aufgesetzte Dach keine Nettogeschossfläche und damit auch keine spätere
Möglichkeit bietet, Bereiche aufzunehmen. Sollte dennoch ein spezielles
Modul im Dach platziert werden sollen oder können und damit ein Dach erfasst
werden sollen, dann besteht die Möglichkeit, ein Geschoss für dieses
Dach anzulegen. Es wird dann allerdings als gewöhnliches Geschoss verwendet.
Ein Geschoss und damit auch wiederum ein Gebäude besteht aus Bereichen,
die nicht notwendigerweise mit tatsächlich verfügbaren Zimmern/Räumen
übereinstimmen müssen. Vielmehr können Bereiche vorgegeben werden,
die durch tragende und damit unveränderliche Elemente im Gebäude begrenzt
werden. Die Anordnung von Bereichen im Gebäude kann in verschiedenen Varianten
auftreten, d.h. es sind mehr als eine Bereichsaufteilung pro Gebäude möglich.
Die Abbildung zeigt, wie ein L-förmiges Geschoss in unterschiedlicher Weise
mit Bereichen gefüllt wird. Deutlich wird, dass Ecken, Winkel und sonstige
Unregelmäßigkeiten durch beliebige Bausituationen geglättet
werden, d.h. es sind nur Rechtecke zur Bereichsbildung möglich. Der Platzverlust
ist später annähernd nachvollziehbar, da für ein Geschoss die
Gesamtmaße erfasst werden und mit der Anzahl der Geschosse verrechnet
werden kann.
In den Bereichen und damit innerhalb des Gebäudes werden Maschinen, Arbeitsplätze
oder sonstige Objekte platziert. Sie werden als vereinfachter Quader erfasst.
Sie können zu Modulgruppen gruppiert werden.
Nutzungsdaten werden für Nutzungsmodule auf unterschiedlichen Ebenen erfasst.
Es werden Einzelplatz-, Gruppen- und Bereichsebene unterschieden. Bereichsmodule
setzen sich aus mehreren Gruppenmodulen zusammen, Gruppenmodule wiederum aus
mehreren Einzelplatzmodulen. Einzelplatzmodule können darüber hinaus
in ein Basismodul und diverse Zusatzeinrichtungen zerlegt werden.
Die Erfassung der Nutzungsmoduldaten erfolgt anhand von Modulparametern.
Die Gruppierung von Modulen kann auf sehr unterschiedliche Weisen erfolgen,
die bei großen Unterschieden in den Dimensionen zu völlig anderen
Flächen führen können. Auf der einen Seite soll verhindert werden,
dass mit der Nutzungs-/Platzierungsanalyse auch automatisch eine Fabrik-Layout-Planung
durchgeführt wird bzw. dieser Aspekt ist in der ersten Version der Software
nicht von Bedeutung. Vielmehr sollen ja auch die Potenziale von neuen Gebäuden
aufgedeckt werden, die keine exakte Kopie eines bestehenden darstellen. Da allerdings
die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten von Modulen untereinander sehr
groß ist und zudem, wie die nächste Abbildung auch zeigt, zu großen
Unterschieden hinsichtlich der Fläche führt, sollen insgesamt vier
verschiedene Standardlayouts/-zuordnungen in einer Modulgruppe berücksichtigt
werden. Dadurch soll dem Benutzer eine einfache Möglichkeit der Vor-Anordnung
gegeben werden, ohne allzu sehr in die Layoutplanung vorzugreifen. Diese vier
Grundmöglichkeiten sind mit Blick auf die Seitenverhältnisse Quadrat
(1:1), Rechteck (1:2 und 1:3) sowie Straße.
Module werden in Bereichen platziert. Dabei werden die verschiedenen Kombinationsregeln
zum Einsatz gebracht, wenn die eigentlichen Bereichsangaben nicht ausreichend
sind, um alle (geplanten) Module innerhalb des Gebäudes aufzustellen. In
der nachfolgenden Abbildung werden einige der Kombinationsmöglichkeiten
genutzt, andere wiederum nicht. Diese Platzierung lässt sich für die
verschiedenen Varianten, in denen die Bereiche angegeben sind, durchführen.